Das Montane Yukon Arctic Ultra 2020 läuft nun bereits seit 5 Tagen auf Hochtouren. Mit dabei waren die üblichen Dramen eines Rennens: Fußprobleme, Kälte, Erschöpfung und das ständige Mitfiebern beim Dot-Watching.
Was dieses Rennen so besonders macht, ist das Ausmaß des Dramas – die extreme Kälte (bis zu -35 Grad letzte Nacht) bedeutet, dass jedes noch so kleine Problem rennentscheidend sein kann. Berücksichtigt man die Einsamkeit, können solche Zwischenfälle ein ernstes Lebensrisiko darstellen.
Das MYAU wird oft als das „kälteste Ultra-Rennen der Welt“ bezeichnet. Ein weiteres passendes Attribut wäre dieses Jahr das „unbarmherzigste Ultra-Rennen der Welt“. In der Woche vor dem diesjährigen Rennen war der Yukon der kälteste Ort der Erde, doch in den ersten Renntagen wechselten sich diese eisigen Temperaturen mit recht warmen Perioden ab.
Noch ungewöhnlicher war jedoch der Wind – für diese Region und diese Jahreszeit ein eher untypisches meteorologisches Ereignis. Er wirbelte den Schnee auf und machte den Weg platt, was das Vorankommen für die Teilnehmer sehr schwierig gestaltete – viele der Athleten auf den längeren Distanzen sahen sich aufgrund reiner Erschöpfung gezwungen, ihr Rennen vorzeitig zu beenden.
Ein Blick auf die bisherigen Statistiken der Finisher und auf diejenigen, die noch im Rennen sind, verdeutlicht dieses ungewöhnliche Wetterphänomen während des Laufs; Brian Stuart, der Lokalmatador und Sieger der Marathondistanz, erreichte das Ziel in 3:49 Stunden – eine exzellente Zeit angesichts der Bedingungen. John Berryman absolvierte das 100-Meilen-Rennen auf seinem Fatbike in 26:30 Stunden. Währenddessen ist das Teilnehmerfeld des 300-Meilen-Rennens auf nur noch 4 Personen geschrumpft, wobei der Schweizer Fabian Imfeld seine souveräne Führung weiter behauptet.