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TOM BALLARD: Cerro Torre I

Das Ziel ist es, eine neue Route am Cerro Torre zu klettern. Ich bin bereits hier im wundervollen (und windigen) Patagonien, erkunde den Zustieg und lerne diese unglaubliche Gegend besser kennen. Mein Kletterpartner Marcin soll in einer Woche eintreffen (wenn das Wetter zweifellos umschlagen wird), und dann werden wir unseren Angriff starten. Nun ja, eigentlich müssen wir zuerst uns selbst und unsere gesamte schwere Ausrüstung zum Fuß der Nordwestwand bringen – keine leichte Aufgabe.

 

Gedanken zum Cerro Torre

Je mehr ich über das Klettern und die Logistik nachdenke, desto geringer schätze ich unsere Erfolgschancen ein. Aber so ist das nun mal beim Alpinismus! Die Herausforderung ist das Ziel, der Gipfel nur eine Entschuldigung. In vielerlei Hinsicht freue ich mich schon auf ein wenig alpines Leiden (aber nicht zu viel). Herumzualbern bei Eiskletter-Weltcups und in kalten Höhlen abzuhängen ist ja ganz nett und macht Spaß (je nachdem, wie man Spaß definiert), aber mit schweren Rucksäcken durch weichen, matschigen oder pulvrigen Schnee zu stap fen, sich über die letzte Sicherung hinaus hochzuarbeiten und für den Gipfelsturm alles bis auf die Unterwäsche abzuwerfen – das ist es, worum es beim Alpinismus geht!